Allianzgebetswoche 2017

Das Jahr mit Gebet beginnen – das gilt auch 2017 mit der Internationalen Gebetswoche der Evangelischen Allianz vom 10.-17. Januar. Auch in Marburg laden wir herzlich ein – los geht es am Sonntag um 10.30 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst bei uns im Tabor-Gemeindezentrum (TGZ). Die Predigt hält Markus Rode vom Hilfswerk “Open Doors”.

Noch ist es nicht zu spät, aber …

…du musst ganz viel ändern und besser werden.“ Ich war 14 und vor mir saß mein Klassenlehrer mit einem sehr ernsten Gesichtsausdruck. Neben mir meine Mutter. Auch ihr Gesichtsausdruck war ernst, sehr ernst. Elternsprechtag kurz vor den Winterferien. Englisch, Mathe und Französisch waren ein Destaster. Ich hatte das erste Halbjahr komplett in den Sand gesetzt. Draußen fiel der erste Schnee und ich wusste instinktiv, dass mein Schlitten in dieser Saison nur sehr selten die Piste sehen würde. Cool wie ich war, ließ ich mir nichts anmerken. Später saß ich allein in meinem Zimmer und die Tränen flossen. Ich wollte besser sein. Ich wollte gute Note schreiben und ich wollte die Sprachen sprechen können, aber ich wusste nicht wo ich anfangen sollte. Ich konnte nicht lernen, weil ich nicht wirklich wusste, wie lernen funktioniert. Sobald ich am Schreibtisch saß, flogen meine Gedanken davon. Ich hätte viel gegeben, wenn jemand zu mir ins Zimmer gekommen wäre und gesagt hätte: „Komm, ich helfe dir, ich zeige dir, wie es geht.“ Aber niemand kam.
„Noch ist es nicht zu spät, aber du musst ganz viel ändern und besser werden.“ Ein Satz, den ich so oder ähnlich seitdem viele Male wieder gehört habe. Und ich weiß, dass ich nicht alleine bin. In unzähligen Silvesternächsten stehen Millionen Menschen da, starren in den Nachthimmel und formulieren ihre guten Vorsätze. Das, was besser und anderes werden soll. Mütter, die ihre Nerven nicht im Griff haben. Männer, die sich verletzt in ein Leben des Schweigens zurückgezogen haben. Kinder, die nicht mehr vergeben können und so gerne aus ihrem Loch wieder rauskommen würden.
Die Jahreslosung 2017 erinnert uns daran, dass doch einer kam, um uns zu helfen. Nicht, damit wir aus eigener Kraft und mit viel Fleiß zu anderen oder besseren Menschen werden, sondern indem er uns von innen verändert hat.
„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“ Hesekiel 36,26.
Christ zu sein heißt an dieser Stelle: Ich darf aufhören, an mir zu verzweifeln und darf mich darüber freuen, dass Gott mehr und mehr aus mir den Menschen machen wird, der ich in seinen Augen schon längst bin.  

Zum Terroranschlag in Berlin

Dieser Tag war ein Tag der ruhigen Töne. Ich habe eine meiner Weihnachtspredigten geschrieben, die so ganz anders geworden ist, als ich gestern noch gedacht hatte. Kann man jetzt noch Weihnachten feiern? Ja, gerade jetzt, denn es geht ja gerade darum, dass Jesus nicht geboren wurde, damit wir ein fluffiges, harmonisches Fest feiern können, sondern weil unsere Welt an so vielen Stellen krank und kaputt ist.

Ich habe gebetet. Für die Menschen, deren Leben sich gestern für immer verändert hat und für die Einsatz- und Rettungskräfte, die Bilder sehen mussten, die ganz tief in die Seele gehen.

Ich war dankbar und stolz – auf mein Land. Wir wussten, dass unter den Menschen, die wir bei uns aufnehmen, nicht nur Freunde sind, sondern auch Menschen, die uns ausnutzen und belügen, um unter uns Terror und Angst zu verbreiten. Trotzdem öffnen wir unsere Grenzen für Menschen, die aufgrund von Krieg, Hunger, ihrer politischen Überzeugungen, ihrer Nationalität oder sexuellen Orientierung viel Leid erleben müssen.

Heute war ich auch wütend. Auf die Menschen, die zwar nichts wussten, aber dafür in den letzten Stunden so viel von sich gegeben haben. Auf die Menschen, die den Terror von Berlin für ihre angstgesteuerten Schlachtrufe missbraucht haben. Werdet endlich erwachsen. Von einigen von euch werde ich mich hier heute Abend auf Facebook trennen. Ich lehne euch nicht als Menschen ab, nur möchte ich eure Parolen nicht mehr hören und meine Facebookseite soll euch nicht mehr zur Verfügung stehen.

Fast am Ende dieses Tages bleibt mir ein Gebet: „Erbarme dich, Herr, und wandle das, was war, in Segen.“
(Stefan Piechottka, Pastor)

Ruhe bewahren! So überleben Sie die Adventszeit

Am Sonntag feiern wir den 1. Advent. einige von uns verbinden damit eine Menge schöner Dinge. Freunde und Familie treffen, Kekse, viele Kerzen und Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Für andere ist es der pure Stress und wieder für andere eine grausame Zeit, weil sie hier ganz neu spüren, wie sich die Einsamkeit in ihre Seele frisst.
Darüber reden wir am 4. Sonntag, der diesmal am 1. Advent (10:00 Uhr) stattfindet. Es geht um die Frage, wie wir den Advent ganz neu genießen und entdecken können.

Der 4. Sonntag ist ein Gottesdienst vor allem für Menschen, die selten oder nie zur Kirche gehen.

Der 4. Sonntag: 100% Heimat

Am 23.10. feiern wir den nächsten 4. Sonntag. Es geht diesmal um die Frage, wo eigentlich deine Heimat ist. Heimat ist Utopie, ein Un-Ort, etwas, das es so real gar nicht gibt. Heimat ist mehr ein Gefühl, eine Sehnsucht. Danach, das zurückzubekommen, was früher angeblich existiert hat. Eine Form von Heimweh. Vielleicht auch nach Menschen, die uns Halt und Geborgenheit geben. Oder nach einem Ort, der noch vor uns liegt. Vielleicht ist Heimat vor allem unsere Sehnsucht nach Ewigkeit.

Der 4. Sonntag ist ein Gottesdienst vor allem für Menschen, die nicht zur Kirche gehen, aber immer noch einen Haufen Fragen haben – an das Leben und vielleicht auch an Gott. Der Gottesdienst beginnt immer um 10:00 Uhr und dauert ca. 80 Minuten. Herzlich willkommen!

TABOR-Gemeindezentrum
An der Schäferbuche 15

Autorenlesung mit Thorsten Dietz

Vor einigen Tagen wurde ein Buch von Dr. Thorsten Dietz veröffentlich. Es geht um das Thema Sünde und es geht um die Frage, wie wir diesen Begriff heute verstehen und füllen können. Als ich davon hörte, war ich wirklich kritisch. Ich bin Theologe, habe studiert, Prüfungen und Seminararbeiten zu diesem Thema überlebt. Ich predige über den Begriff und erkläre ihn immer wieder Menschen in persönlichen Gesprächen oder in Predigten. Ich war mir so sicher: Dieses Buch ist eher für Anfänger im christlichen Glauben interessant und kann mir nichts mehr beibringen – und dann fing ich selber an zu lesen und hörte erst einmal nicht mehr auf.

Schon auf den ersten Seiten zerstört Dietz meine Selbstsicherheit und reißt einen völlig neuen Horizon auf. Statt die alten pauschalen Richtigkeiten mit anderen Worten zu füllen, nimmt er seine Leser mit auf eine Entdeckungsreise und zeigt, was Sünde heute bedeutet. Eng an der der Bibel und gleichzeitig mit vielen Beispielen aus bekannten Kinofilmen der letzten Jahre. Eine ganz neue, frische Form, um sich diesem Thema zu nähern. Ich bin begeistert.

Darum freue ich mich auch, dass wir Thorsten Dietz so schnell zu einer Autorenlesung gewinnen konnten. Sie findet am kommenden Freitag, dem 07.10. um 20:00 Uhr im Tabor-Gemeindezentrum, An der Schäferbuche 15 statt. Der Eintritt ist frei.

Das Reformationsjubiläum mit dem Herzen feiern

Christina Brudereck und Jürgen Mette nehmen Sie mit auf eine Reise zu den vier Entdeckungen der Reformation: Gnade, Bibel, Christus und Glaube. Mal persönlich, mal theologisch, dann wieder humorvoll, lyrisch oder auch ein wenig provokant.

Donnerstag, 29.09.2016
TABOR Gemeindezentrum
An der Schäferbuche 15 | 35039 Marburg
19:30 Uhr
Eintritt: € 6,– (VVK), € 8,– (AK)
unter Tel. 0 64 21 / 8 40 63 93

Was ist Sünde?

Was ist Sünde? Thorsten Dietz gibt eine Antwort für Menschen von heute. Er zieht Bilanz, wie Sünde in der Vergangenheit erklärt wurde, und lädt zu einer Entdeckungsreise mit sieben Stationen ein. Jede Station, jedes Schlagwort, zeigt uns, was uns heute von Gott trennt.

Freitag, 07.10. um 20:00 Uhr
Tabor-Gemeindezentrum